Essen gut – alles gut

Den Satz ‘Mein Kind isst eigentlich alles’ hat wahrscheinlich schon jeder von uns mal gehört oder vielleicht sogar schon selbst ein paar mal gesagt. Die Frage ist, was verbirgt sich eigentlich wirklich hinter dieser Aussage:

Mein Kind isst eigentlich alles, zumal das EIGENTLICH ja schon etwas einschränkt oder bedeutet diese Aussage ‘Mein Kind isst eigentlich alles, was bei uns zu Hause auf den Tisch kommt: Nudeln mit Tomatensoße, Fischstäbchen, Gouda und ab und an ein bisschen Gurke.’

Ich habe bis vor kurzem noch Kinderkochkurse gegeben und habe immer häufiger festgestellt, dass viele Kinder einige Nahrungsmittel gar nicht mehr kennen. Da wurde die Zucchini schnell zur Gurke, Pastinake zur Karotte und das man Nudeln auch selber machen kann, führte meist zu Verwirrung. Ich finde das äußerst schade, muss aber gleich vorweg nehmen, dass ich hier niemanden angreifen möchte, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie viel Aufwand, Mühe und Zeit notwendig ist, um den Kindern, diese wahnsinnige Vielfalt des Kochens und den damit verbundenen Zutaten, nahe zu bringen und sie dafür zu begeistern. Ich habe bei all meinen Kindern schon sehr früh damit angefangen. So haben alle meine Kinder mit 4 Monaten schon ihren ersten pürierten Grünkohl bekommen (und das sieht wirklich fürchterlich aus, schmeckt aber vorzüglich:-), mit 6 Monaten Ihre ersten Gorgonzolawürfelchen und mit 12 Monaten ihre erste Pampelmuse. Natürlich schmeckt Ihnen nicht alles und es werden Sachen ausgespuckt, aber ich bin davon überzeugt, dass man mit diesen vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, schon sehr früh, eine Art ‘Grundstock’ in Ihrem Geschmackssinn legen kann. Gerade bei unseren Zwillingen ist das mit den unterschiedlichen Geschmäckern sehr interessant: So liebt der Dickie Pampelmusen und grinst übers ganz Gesicht, wenn der Papa eine aus dem Kühlschrank holt, hingegen Feechen, die sich mittlerweile wahrscheinlich einzig und allein von Thunfisch, Himbeeren und Mango ernähren könnte. Ich koche hier (fast) jeden Tag etwas anderes und alle essen mit und NATÜRLICH gibt es bei fünf Kindern auch mal eins, dem es nicht so gut schmeckt. Da ist die Alternative dann bei uns, sich ein Brot zu schmieren….hat noch nie jemand gemacht.:-)

Und NATÜRLICH gibt es hier Lieblingsgerichte bei den Kindern wie #Blumenkohlhackauflauf #nudelmitscampis #Mascarponecrememitbeeren #spargelvonoma , die sie besonders gerne mögen, aber die gibt es halt nicht ständig….ist mir bei Nudeln mit Scampis auch viel zu teuer und Spargel gibt’s ja auch nicht zu jeder Jahreszeit.:-)

Ich versuche alle Kinder mit ins Kochen einzubeziehen: Martha, Emma und Lena beim schnibbeln, braten und zubereiten und die Zwillinge in Ihren Hochstühlen zum verköstigen. So können wir alle zusammen sein und alle haben ihren Part und Spaß dabei.

Ich bin fest davon überzeugt, auch ohne das ich hier irgendwelche wissenschaftliche Ergebnisse oder Studien aufweisen kann, dass man es den Kindern, was ihre kulinarische Zukunft angeht, sehr viel leichter macht. Sie gehen offen mit neuen Gerichten und auch mal außergewöhnlichen Zutaten um und haben Freude daran, neues für sich zu entdecken. Ob Litschis, Süßkartoffeln, Loup de Mer oder auch einfach mal die ausgedrückten Bratwurstklöße in der Gemüsesuppe….da kann sich jeder für sich, nach seinem Geschmack, das beste und leckerste raussuchen. Aber auch nur, weil wir es ihnen anbieten und zeigen. Und genau aus diesem Grund, koche ich so gerne, so viel und mit so viel Leidenschaft.

 

 

 

 

 

 

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